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Surrealismus

in den 1910er-Jahren in Paris entstandene, bis in die 1960er-Jahre reichende Strömung in Literatur und bildender Kunst. Der Begriff wurde 1917 von dem Dichter Guillaume Apollinaire geprägt und 1924 von dem Schriftsteller André Breton im ersten Manifest des Surrealismus aufgegriffen, in dem das künstlerisch-ideologische Programm der Bewegung formuliert ist. Der Surrealismus entstand als Reaktion auf den Zusammenbruch traditionell-abendländischer Wertvorstellungen im Ersten Weltkrieg. Ziel war die Wiederherstellung der ursprünglichen Ganzheit des Menschen durch die Befreiung des Geistes aus inneren und äußeren Zwängen. Impulse hierfür kamen von der englischen und deutschen Romantik, dem Symbolismus und dem Dadaismus sowie von den Theorien des Unbewussten der Psychoanalytiker Sigmund Freud und C. G. Jung. Zugang zur Welt des Halb-, Vor- und Unbewussten, zur Wahrheit von Traum, Wahnsinn und Halluzination, zum Irrationalen und Absurden suchte man im systematischen Selbstexperiment, das Einblicke in die wirkliche Funktionsweise des Denkens (unter Ausschaltung jeder vernunftmäßigen Kontrolle sowie von ästhetischen und moralischen Bedenken) gewähren sollte. Durch die systematische Aktivierung kreativ-spielerischer Möglichkeiten wollten die Surrealisten unvermutet erhellende Zusammenhänge freilegen. Grundlegendes Prinzip des Surrealismus war die Kombinatorik: Das assoziative Vermengen an sich wesensfremder Bildelemente sollte irritierende und befremdende Seherfahrungen auslösen. Dazu wurden die schöpferischen Methoden durch Techniken wie Frottage und Grattage erweitert. Als Hauptvertreter dieser Stilrichtung gelten André Breton, Salvador Dalí, Giorgio de Chirico, Arshile Gorky, Max Ernst, René Magritte, André Masson, Joan Miró, Meret Oppenheim, Francis Picabia, Man Ray und Yves Tanguy.

Quelle: Der Brockhaus. Kunst, 2., völlig neu bearb. Aufl., hg. v. d. Lexikonredaktion des Verlags F. A. Brockhaus, Mannheim, Leipzig 2001, S. 1121f.

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