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Pop Art

Kunstrichtung, die sich seit 1956 v. a. in Großbritannien und den USA entfaltete und auf die Warenwelt der großstädtischen Massenkultur und ihrer medialen Vermittlung reagierte. Vorausgegangen war eine Wiederentdeckung dadaistischer Techniken und Intentionen die am Institut of Contemporary Arts in London seit 1952 von der Independent Group betrieben worden war. Paolozzi verwendete 1947 in seiner Collage „I was a rich man’s plaything“ das Wort ›Pop!‹ lautmalerisch für einen Revolverschuss. 1957 notierte Hamilton: »Pop Art ist: Populär (Massenpublikum), vergänglich (kurzlebig), verbrauchbar (schnell vergessen), billig, Massenprodukt, jung (für Jugend bestimmt), witzig, sexy, trickreich glamourös, großes Geschäft.« Als Stilbegriff basiert „Pop Art“ auf einem Text (1958) des Kunstkritikers L. Alloway, der rückblickend die Zeit bis 1960 als erste Phase beschreibt, in welcher Pop Art als »nichthierarchische Kunstdefinition« auf die Gesamtheit populärkultureller Erzeugnisse (Schwerpunkt visuelle Massenkommunikation) angewandt wurde. 1961-64 Bedeutungsbeschränkung auf Kunstwerke mit figurativen Darstellungen, die sich v. a. aus kommerziellen Massenmedien wie Comic Strips und Werbeplakaten herleiteten. In dieser »ikonografischen Phase der Pop Art« erfolgte die Ausdifferenzierung individueller Motivkreise und Gestaltungsweisen in den traditionellen Medien Malerei und Skulptur, wobei sich die Aufmerksamkeit v. a. auf die amerik. Künstler Warhol, Rauschenberg, Lichtenstein, Johns, Oldenburg, Rosenquist, M. Ramos, Indiana und Dine richtete. Deren Werke radikalisierten die brit. Ansätze, indem sie medial vermittelte ›Images‹ von Stars ebenso wie banale Alltagsgegenstände oder standardisierte Konsumgüter seriell und mechanisch variierten und so zum Inbegriff der Pop Art wurden. Seit 1965 gilt Pop Art int. als durchgesetzt. Als kontinentaleurop. Entsprechungen gelten die Nouveaux Realistes (Nouveau réalisme) in Frankreich sowie kurzzeitig die Ideen des Kapitalistischen Realismus in Deutschland.
Literaturhinweise:
Lippard, Pop Art, 1968: Lippard, L. R. (Hrsg.), Pop Art, München/Zürich 1968
Hermand, Pop Art, 1971: Hermand, J., Pop International. Eine kritische Analyse, Frankfurt am Main 1971
Osterwold, Pop Art, 1989: Osterwold, T., Pop Art, Köln 1989
Mahsun, Pop Art, 1989: Mahsun, C. A. (Hrsg.), Pop Art. The Critical Dialogue, Ann Arbor/Michigan 1989

Quelle: Prestel Lexikon. Kunst und Künstler im 20. Jahrhundert, unter Mitarbeit von Wieland Schmied. München – London – New York 1999, S. 267.

Eduardo Paolozzi

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